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Guardini Galerie
Askanischer Platz 4
10963 Berlin
Di - Fr 14 - 18.30 Uhr

 
 

Et in Arcadia ego
Ein Totentanz

15. Februar bis 13. April 2012

Ausstellungseröffnung
14. Februar 2012, 19 Uhr

Einführung: Matthias Flügge

 

In der Ausstellung „Et in arcadia ego“ zeigt die Guardini Galerie Malerei von
Lutz Friedel: etwa 100 Bilder zum Thema „Totentanz“, dem sich der Maler seit 2009 gewidmet hat.

„Et in arcadia ego" ist ein barocker Topos, er weist auf Arkadien, das Sehnsuchtsland, in dem die Menschen frei und friedlich, den schönen Dingen hingegeben leben können und zugleich darauf, dass der Tod auch im Goldenen Zeitalter sein Werk ungerührt verrichtet. „Auch in Arkadien gibt es mich", so spricht der Tod. Lutz Friedel hat den Titel für seine Totentänze nicht gewählt, weil er meinte, wir lebten in einem Goldenen Zeitalter, sondern weil er auf sein eigenes Arkadien anspielt: „Auch ich bin in Arkadien", dem der lange totgesagten Malerei.
Was eher beiläufig begann, verdichtete sich in Friedels Arbeit über die Jahre zu einem veritablen Werkkomplex. Seine Lust an der zeitgenössischen Interpretation kunsthistorischer Motive ist von jeher notorisch, doch hier haben wir es gewissermaßen mit einer Obsession zu tun. Mehr als dreihundert meist kleinformatige Malereien transponieren das Motiv in so gut wie alle Bereiche des sogenannten modernen Lebens, kaum einer bleibt verschont vom Tänzchen mit dem Gevatter. Da geht es mal sarkastisch zu, mal dramatisch, mal ganz „natürlich", gar auch anekdotisch und dann wieder lyrisch oder besser: poetisch. Immer aber äußerst malerisch. Friedels Totentänze sind in höchstem Maße mehrdeutig, wechseln zwischen Groteske und Requiem, anders ist dem mittelalterlichen Motiv heute wohl auch nicht beizukommen.
Immer sind Lutz Friedels Bilder über den Tod, der in jede vermeintliche Sicherheit menschlicher Existenz einbricht, auch Auseinandersetzungen mit sich selbst und seinem Metier. Und sie sind, was sie oftmals schon im Mittelalter waren: lustvoll säkulare Abrechnungen mit den Verlogenheiten gegenwärtiger Kultur.

Parallel erschien im Hirmer Verlag das Buch: Lutz Friedel: Et in Arcadia ego. Ein Totentanz, ISBN 978-3-7774-4271-6.

 
   
 

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